Es ist soweit – der Frühling ist da! Die beste Zeit, um endlich mal wieder in den Garten zu gehen und jemanden die Radieschen von unten betrachten zu lassen. Da traf es sich doch ganz herrlich, dass zufällig der neue Krimi in der Schrebergartensiedlungen „Radieschen Riviera e.V.“ spielte. Und zwar nicht an irgendeinem Abend – nein! Es war der offizielle „Gartensaison-Eröffnungs-Abend“.
Unsere fleißigen Mitgärtner hatten sich nur sehr schwer von ihren Parzellen loseisen können: Es gibt ja im Frühling soooo viel zu tun. Daher erschienen einige Radieschen-Riviera-Gärtner noch in voller Arbeitsmontur: So steckte bei der passionierten Pflanzencoiffeurin Ida die Profi-Heckenschere noch im Halfter und Rüdi, der unangefochtene Vereins-Grillmeister kam mit umgebundener Grillschürze. Und weil manch einer seine wertvollen Kleintierzucht-Champions offensichtlich nicht im Griff hatten, waren auch einige tierische Besucher mit von der Partie.
Jetzt hätte man normalerweise entspannt in den Gartenstuhl sinken können und der unvermeidlichen Eröffnungsrede von Klaus – seines Zeichens Vereinsvorstand – lauschen können. Der aber kompostierte sich langsam selbst mit einer tödlichen Kopfverletzung auf Hennes neuem Frühlingsbeet.
Der Air Fryer des Bösen
Am liebsten hätten Regine und ich natürlich in der VHS-Küche einen von Rüdis fünf Profi-Grills angeschmissen und einen zünftigen Grillabend veranstaltet. Aber die Temperaturen waren im April dafür noch zu kühl, und vermutlich hätte es einen ordentlichen Rauchalarm in den VHS-Küchen gegeben, wenn wir mit offenen Feuer hantiert hätten. Zum Glück es gibt ja auch noch andere Garmethoden außer Holzkohle, Gas und Co. Auch wenn Air Fryer laut Rüdi Teufelszeug sind und in gar keinem Fall zu einem Grillevent zugelassen werden dürften.
Heute war wirklich ein besonderer Abend, denn es galt zum ersten Mal die Regel: Geheimnisse sofort am Anfang verraten! Jeder unserer begabten Schrebergärtner und Hobbyköche hat sein Geheimrezept und lüftete es netterweise für uns an diesem Abend: So durften wir Karls „lauwarmen Kartoffelsalat“, Rüdis „Spezial-Köfte“ und Gretas Dip „Frisch aus dem Beet“ kosten. Aber wie es bei Krimidinnern so ist, wird nicht jede gut vorgetragene Behauptung sofort geglaubt. Erste Unterstellungen gab es schon bei Christines „Hähnchenbrustfilet a la Saltimbocca“. Das konnte doch nicht wirklich in einem Air Fryer zubereitet worden sein. Dafür schmeckt das viel zu gut!
Frisch aus dem Beet auf den Tisch
Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur unsere leckeren Speisen kamen direkt aus Regines Garten, sondern auch die Deko stand keine paar Stunden zuvor noch auf meiner heimischen Scholle. Ein quer gelegter Spaten, kleine Schüppchen und andere Spezial-Gartengeräte brachten unsere Rasenexpertin Fritzi Grün und Ida Schnippschnapp sofort ins Fachsimpeln über den eigenen Fuhrpark. Dabei konnte ich gegen Fritzi’s „Grasinator 3000“ natürlich nicht mithalten. Aber das war auch gar nicht nötig, denn hier kam einiges als Mordwaffe in Frage.
Und Gründe für einen Mord lagen auch nicht weit entfernt. Zumindest nach Ansicht von einigen Ästheten, die Gartenzwerge im Schrebergarten – egal welcher Form, Größe oder Farbe – an sich schon für eine solide Begründung für eine sofortige Eliminierung des Besitzers halten. Unser schlauer Mörder/in schaffte es, sich sehr gut zwischen all den möglichen Motiven und geheimen nächtlichen Geschehnissen durchzumogeln, aber am Ende siegte mal wieder die Gerechtigkeit! Mörder/in geschnappt, neuer Vereinsvorstand gewählt, Fall gelöst! Bleibt nur noch zu fragen, ob jemand Interesse an einer der begehrten und überraschend frei gewordenen Parzellen in der Radieschen Riviera hat?

